„Man
sprach damals von Schutzhaft, die Gefangenen sollten in sich gehen, hieß es,
sich in eine neue Gemeinschaft einfügen.“ So spricht Hermanns Schwester in „In einer dunklen Welt“. Dieser Satz ist ein großer
Euphemismus. Wie kann man überhaupt dieses komische Wort verstehen: kann eine
Haft jemanden schützen?
Die
Schutzhaft wurde erstens nicht während des Dritten Reichs eingeführt. Es gab
schon Schutzhaft in der Weimarer Republik. Sie war aber reguliert und immer zeitlich
begrenzt. Das NS-Regime übernahm sie als eine politische Reaktion. Am 27.
Februar 1933 brannte das Reichstagsgebäude. Marinus van der Lubbe ein niederländischer
Linksanarchist, wurde am Tatort festgenommen.
Die Nationalsozialisten dachten, die Brandstiftung sei eine kommunistische
Verschwörung gewesen. Vielleicht glaubten sie es nicht, aber sie erklärten öffentlich,
der Brand sei einer Aufstandsversuch gewesen. Hier könnten Sie einen Film
ansehen.
Beginnen Sie bitte bei Minute 11:11 des Films, um über den Brand zu lernen.
Das NS-Regime brauchte Instrumente, um seine Gegner zu
verhaften. Die Nationalsozialisten wollten die Mitglieder der Opposition in
Konzentrationslagern einkerkern. Sie legalisierten diese Absicht durch die „Verordnung
zum Schutz von Volk und Staat“ vom 28. Februar 1933. Wenn Sie möchten, sie könnten
sie hier lesen.
Dieses Gesetz besagte, dass der Staat die Schuld nicht beweisen müsste, um eine
Person zu verhaften. Es begann der Prozess der Ausschaltung der Gerichte. Die
Verordnung verschlimmerte das System der Unterdrückung, das das NS-Regime begründete.
Die Staatsgewalt wurde juristisch fast unbegrenzt.
Das erste
Opfer der Schutzhaft während des NS-Regimes war nicht besonders prominent. Es
war ein jüdischer Handelsschullehrer Moritz Rülf. Allgemein waren die ersten
Opfer die Mitglieder der Arbeiterbewegung und Juden. Ende Juli 1933 gab es mehr
als 26.000 Deutsche in der Schutzhaft.
Die Gruppen, die vor allem bedroht wurden, waren
Bibelforscher (Zeugen Jehovas), Arbeitsscheue, Asoziale, ethnische Minderheiten
(zum Beispiel Roma) und immer die jüdische Leute. Nach dem Novemberpogrom
wurden 30.000 Juden in Schutzhaft genommen und in Konzentrationslager
verschleppt. Aber die jüdische Leute kämpften mit unvorstellbarem Mut, der ich
durch dieses Kampflied betonen möchte: https://www.youtube.com/watch?v=AmXrAmwG4ug „Sie
brennt, Brüder, sie brennt ermutigt: „Löscht mit
eurem eigenen Blut, beweist, daß ihr das könnt und Steht nicht mit
verschränkten Armen dabei.“
Einige prominente Personen waren in Schutzhaft, zum
Beispiel der Landespräsident Heinrich Drake und der Detmolder Oberbürgermeister
Dr. Emil Peters. Es gab auch der politisch
aktive Journalist Felix Fechenbach, der „auf dem Weg“
ins KZ ermordet wurde. Der offizielle Bericht sagte, er sei auf der Flucht
erschossen worden.
Nach Beginn
des zweiten Weltkriegs wurden die Gefangenen nicht mehr entlassen. Die Schutzhaft
war besonders wichtig für die Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur. Die
Schutzhaft wurde durch das Ende des NS-Regimes im Jahr 1945 abgeschafft.
Quellen:
· Jiddische Lieder gegen die Nazis https://www.uni-frankfurt.de/51739544/Warum_jiddische_Lieder_gegen_die_Nazis1.pdf
·
Lebendiges Museum Online https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/etablierung-der-ns-herrschaft/schutzhaft.html
·
Zukunft braucht Erinnerung http://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/das-system-der-nationalsozialistischen-konzentrationslager/
· Karteikarte
eines Häftlings – Deutsches Historisches Museum, Berlin https://www.dhm.de/lemo/Bestand/objekt/d2a14443
· Flugblatt https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/etablierung-der-ns-herrschaft/reichstagsbrand.html


Ich finde diese Organisation, die SS und die Gestapo sehr interessant. Es ist schwer, die Unterschiede zwischen diese Organisationen und die Wehrmacht zu verstehen.
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