Dienstag, 10. März 2015

Die Schutzhaft: eine große Lüge


Man sprach damals von Schutzhaft, die Gefangenen sollten in sich gehen, hieß es, sich in eine neue Gemeinschaft einfügen. So spricht Hermanns Schwester in In einer dunklen Welt. Dieser Satz ist ein großer Euphemismus. Wie kann man überhaupt dieses komische Wort verstehen: kann eine Haft jemanden schützen?

Die Schutzhaft wurde erstens nicht während des Dritten Reichs eingeführt. Es gab schon Schutzhaft in der Weimarer Republik. Sie war aber reguliert und immer zeitlich begrenzt. Das NS-Regime übernahm sie als eine politische Reaktion. Am 27. Februar 1933 brannte das Reichstagsgebäude. Marinus van der Lubbe ein niederländischer Linksanarchist,  wurde am Tatort festgenommen. Die Nationalsozialisten dachten, die Brandstiftung sei eine kommunistische Verschwörung gewesen. Vielleicht glaubten sie es nicht, aber sie erklärten öffentlich, der Brand sei einer Aufstandsversuch gewesen. Hier könnten Sie einen Film ansehen. Beginnen Sie bitte bei Minute 11:11 des Films, um über den Brand zu lernen.

Das NS-Regime brauchte Instrumente, um seine Gegner zu verhaften. Die Nationalsozialisten wollten die Mitglieder der Opposition in Konzentrationslagern einkerkern. Sie legalisierten diese Absicht durch die Verordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933. Wenn Sie möchten, sie könnten sie hier lesen. Dieses Gesetz besagte, dass der Staat die Schuld nicht beweisen müsste, um eine Person zu verhaften. Es begann der Prozess der Ausschaltung der Gerichte. Die Verordnung verschlimmerte das System der Unterdrückung, das das NS-Regime begründete. Die Staatsgewalt wurde juristisch fast unbegrenzt.

Das erste Opfer der Schutzhaft während des NS-Regimes war nicht besonders prominent. Es war ein jüdischer Handelsschullehrer Moritz Rülf. Allgemein waren die ersten Opfer die Mitglieder der Arbeiterbewegung und Juden. Ende Juli 1933 gab es mehr als 26.000 Deutsche in der Schutzhaft.

Die Gruppen, die vor allem bedroht wurden, waren Bibelforscher (Zeugen Jehovas), Arbeitsscheue, Asoziale, ethnische Minderheiten (zum Beispiel Roma) und immer die jüdische Leute. Nach dem Novemberpogrom wurden 30.000 Juden in Schutzhaft genommen und in Konzentrationslager verschleppt. Aber die jüdische Leute kämpften mit unvorstellbarem Mut, der ich durch dieses Kampflied betonen möchte: https://www.youtube.com/watch?v=AmXrAmwG4ug Sie brennt, Brüder, sie brennt ermutigt: Löscht mit eurem eigenen Blut, beweist, daß ihr das könnt und Steht nicht mit verschränkten Armen dabei.

Einige prominente Personen waren in Schutzhaft, zum Beispiel der Landespräsident Heinrich Drake und der Detmolder Oberbürgermeister Dr. Emil Peters.  Es gab auch der politisch aktive Journalist Felix Fechenbach, der auf dem Weg ins KZ ermordet wurde. Der offizielle Bericht sagte, er sei auf der Flucht erschossen worden.

Nach Beginn des zweiten Weltkriegs wurden die Gefangenen nicht mehr entlassen. Die Schutzhaft war besonders wichtig für die Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur. Die Schutzhaft wurde durch das Ende des NS-Regimes im Jahr 1945 abgeschafft.
Quellen:
·             Stadt Detmold http://www.stadtdetmold.de/3592.html
·  Karteikarte eines Häftlings – Deutsches Historisches Museum, Berlin https://www.dhm.de/lemo/Bestand/objekt/d2a14443



1 Kommentar:

  1. Ich finde diese Organisation, die SS und die Gestapo sehr interessant. Es ist schwer, die Unterschiede zwischen diese Organisationen und die Wehrmacht zu verstehen.

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